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Beyound – digitale Bespielung eines frei beweglichen Bühnenbildes

(Diplomarbeit von Thomas Ness; Fachhochschule Potsdam (Fachbereich: Design); Betreut druch: Prof. Matthias Krohn, Prof Hartmut Bohnacker; Wintersemester 2010/11;)
In meiner Abschlussarbeit befasste ich mich mit den Einsatzmög-
lichkeiten der Techniken Projektion und Tracking in der Institution Theater. Untersucht habe ich die Aufgaben und Funktionen, die eine (teils reaktive) digitale Bespielung einer Bühne erfüllen könnten. Ziel dieser Arbeit war die Umsetzung einer Bespielung mit Projektoren und reaktiven Scheinwerfersystemen in der Inszenierung „beyond episode II“ von Christina Thoma und Tanja Büchel.

Das Kernelement dieses Tanzstückes „beyond episode II“ stellt eine freischwingende Plattform dar; beim Tanzen auf dieser Plattform geht von jeder, durch die Tänzerinnen ausgeführten Bewegung, ein Impuls auf die Plattform über. Es entsteht ein nicht vorhersehbares Schwingen. Im Verlauf der Inszenierung steigert sich diese Bewegung bis hin zu einem Ausschlag von bis zu zwei Meter in alle Richtungen.

Für diese Inszenierung entwickelte ich, in Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen und in enger Abstimmung auf den Tanz und dessen Strukturen, eine passende Reihe von Bespielungs-Sequenzen wachsender und wieder verschwindender generativer Strukturen sowie Ansätze zur reaktiven Lichtführung. Aufgrund dieser konkreten Zielsetzung musste ein großes Augenmerk auf die technische Umsetzung gelegt werden. Neben Konzeption und Ausgestaltung für diese Bespielung mussten auch die Werkzeuge für solch eine Bespielung geschaffen werden. Parallel zur Entwicklung des inhaltlichen und gestalterischen Konzeptes wurde ein passendes Setup aus verschiedenen Hardware-Komponenten und Computerapplikationen entwickelt. Das gestalterische Ergebnis sollte einerseits möglichst innovativ, anderseits aber mit dem derzeitigen Stand der Technik realisierbar sein.

„… the ticklish problem of combining imaginative design and technical proficiency“ (t.01)

Diese Diplomarbeit wurde nicht als geschlossene Arbeit konzipiert, vielmehr ging es um die Erschaffung von Grundlagen und einem Ausgangspunkt für spätere Arbeiten. Meines Erachtens bietet eine Diplomarbeit ein letztes Mal die Gelegenheit für eine freie Auseinandersetzung über einen längeren Zeitraum mit einer Thematik, in dem geschützten Raum der Institution Hochschule. Mein persönliches Anliegen zielte auf das Schaffen neuer Verbindungen zwischen meiner Erfahrung als Lichttech-
niker/Designer und dem erlernten Wissen meines Studiums ab.
Im Verlauf meines Studiums habe ich mich mehrfach diesem Arbeitsfeld angenähert, unter anderem durch meine Spezialisierung in Richtung Interaktionsdesign und durch die Arbeit mit interaktiven Installationen für Museen und dem öffentlichen Raum, sowie dem Arbeiten im Bereich des Physical Prototyping. Ein praktisches Ziel dieser Arbeit war das Entwickeln eines Baukastens aus Techniken und Gestaltungsmöglichkeiten, die mir als Grundlage für weitere Arbeiten in der Zukunft dienen können.